Am Montagmorgen den 25ten Aug um 6.30 Uhr hieß es Anker hoch und tschüss Sardinien. Pünktlich zum Sonnenaufgang starteten wir unsere Weiterreise Richtung Norden, Richtung Korsika. Sardinien war in ein wunderschönes Licht getaucht, es hat sich rentiert so bald aufzustehen. Am Anfang raus aus dem Golf von Olbia hinauf Richtung Porto Cervo mussten wir noch motoren, aber in Höhe der „Straße von Bonifacio“ konnten wir wie geplant die Segel hissen und den Motor ausschalten. Es war schön mal wieder so dahin zu segeln.
Wir planten für den heutigen Tag eine Strecke von 45sm in den „Golfo de Pinarellu“. Der Wind an unseren ausgesuchten Ankerplatz war nicht ganz ideal, wir schaukelten ganz schön rum. Da wir aber nur eine Nacht planten und es sonst im Golfo sehr schön war blieben wir. Wir waren schonmal dort vor 2 Jahren ankern, bei Süd- oder Westwind liegt man wunderbar und kann auch schöne Landgänge unternehmen. Am nächsten Tag motorten wir nach „Solenzara“. Wir haben uns entschlossen nochmal in den Hafen dort zu gehen. Die Wettervorhersage war für die nächsten Tage nicht so prickelnd, der Hafen war gut, das Dörfchen schön, der Strand auch und der Preis war auch noch akzeptabel für Aug. Am Schluss blieben wir 8 Nächte, das schlechte Wetter blieb länger als gedacht. Wir vertrieben uns die Zeit mit Spaziergängen am Morgen, Bootswork und am Nachmittag dann Strand, Meer, Bociaspielen oder Wanderungen. Mittwoch- und Samstagabend war Abendmarkt im Dorfkern, das war ganz schön was los. Wir bekamen überraschend Besuch von Birgit und Uwe, unsere norddeutschen Freunde aus Elba. Sie machten einen Ausflug mit dem Auto über die Insel und legten bei uns ne Kaffeepause ein, superschön. Jeden zweiten Tag gönnten wir uns einen Eisbecher, die waren riesig dort. Wir hatten eine gute Zeit und lernten mal wieder viele Leute kennen. Nach dem das Tief durchgezogen ist, ist es, gefühlt über Nacht, Herbst geworden. Es ist zwar immer noch Kurzehosenwetter, aber die Sonne steht nicht mehr so hoch und es ist nicht mehr so stechend heiß. Das Licht über den Bergen ist wunderschön am Abend.
Am Mittwoch morgens um 6.30 Uhr lösten wir (endlich) die Leinen. Es war wunderschön die Berge wurden von der Sonne beleuchtet, das Meer glatt, nur der Wind fehlte zu unserem Glück.
Unsere Reise ging nach „Port Taverna“, wir wollten nicht auf einmal, 14 Std, nach Elba segeln und teilten die Route in zwei Etappen auf, und Birgit & Uwe lagen dort und so konnten wir noch nen spaßigen Abend miteinander verbringen.
Dennoch zogen wir am nächsten Tag weiter nach Elba, dort wartet Besuch auf uns. Wir hatten eine wunderschöne Überfahrt, wir konnten nochmal richtig gut segeln, vielleicht das letzte Mal für diese Saison. Am späten Nachmittag kamen wir in Elba in der „Cala di Margidore“ an und ließen dort unseren Anker fallen.
Am späten Nachmittag des 30. Aug kamen wir in Sardinien an, der Anker viel in der Bucht von „Porto Liscia“. Eine sehr weitläufige Bucht, soll wohl gut bei Mistral sein, das Problem ist nur, dass es schnell von seichtem Ankergrund zu 15 Meter abfällt. Wir waren etwas unschlüssig und beschlossen einfach mal ein Stück vorzufahren, denn bei 15 Meter ankern wollten wir eigentlich nicht. Wir hatten einen guten Platz gefunden, dachten wir, wurden aber unfreundlich von einer großen Motoryacht verscheucht, ihm passte unsere Platzwahl nicht oder unser Boot gefiel ihm nicht oder …., da wir keinen Ärger wollten ankerten wir um und der Anker fiel doch bei 15 Meter. Abends kam etwas mehr Wind auf, aber unser Anker hielt super. Die Bucht füllte sich langsam mit Seglern und die Kiter und Windsurfer am Strand wurden auch mehr, es war nicht langweilig an diesem Abend. Am nächsten Morgen ging es weiter durch das „Maddalena Archipel“ Richtung Süden. Wir hatten uns für diese Nacht eine schöne Bucht ausgesucht, in der wir vor 2 Jahren schon waren. Die Fahrt dorthin war sehr interessant und nicht langweilig, obwohl wir nicht segeln konnten. Es war Wahnsinn was los war und wieviel große Boote sich dort im „Maddalena“ tummelten. Wir haben uns bewusst dafür entschieden nicht in einer Bucht der Inseln zu ankern, Erstens dachten wir schon, dass viel los ist und Zweitens war uns die Gebühr für eine Nacht ankern zu hoch. Es ist ein Naturschutzpark und man muss „Eintritt“ zahlen, für eine Woche o.k., aber für 2 Tage/1 Nacht war es uns zu viel. Die Überfahrt war sehr unruhig, durch die vielen Motorboote war die See ganz schön aufgewühlt. Wir waren froh, als wir an „Porto Cervo“ vorbei in unsere ausgewählte Ankerbucht „abbiegen“ konnten. Leider hielt das Glücksgefühl nicht lange an, in der Bucht waren natürlich auch viele Boote und leider lauter große und noch größere Motorschiffe. Die Bucht verlor schnell ihren Reiz für uns und wir fühlten uns auch nicht wohl unter den großen Schiffen und so beschlossen wir weiterzuziehen in die Bucht „Cala Razza di Giunco“. Dort war wie zu erwarten nicht so viel los bzw. die großen Boote lagen weit draußen. Leider Stand der Schwell unangenehm in die Bucht und der Wind wollte sich nicht so schnell drehen, wie wir dachten. Er drehte natürlich erst in der Nacht und nahm auch an Stärke zu, dass heißt Ankerwache, kurze Nacht, Auswahl des Ankerplatzes doch nicht so gut. Aber zum Glück konnten wir uns auf den nächsten Tag freuen, Ziel war „Olbia-Molo Brien“. Die Vorfreude galt nicht nur der Mole, nein dort trafen wir auch Eva und Frank von der „Eira“ wieder. Die beiden haben wir vor 2 Jahren, hier in Sardinien, bei unserem Start kennengelernt. Sie haben auch ein Reinke 13, ein ähnliches Schiff wie wir. Die „Eira“ lag schon an der Mole und wir konnten uns bei ihnen ins Päckchen legen, bis der Platz davor frei wurde. So lagen wir nun 3 deutsche Boote nebeneinander, denn vor uns lag die „Alegra“ Vi, Mia und Robin, sie haben wir auf Elbe kennengelernt. Wir verbrachten ein paar schöne Abende zusammen, Thuna grillen bei uns an Bord mit Frank und Eva, nette Gespräche auf der Mole und feierten den Geburtstag von Robin zusammen. Es wurde länger als gedacht, denn es blies mal wieder der Mistral und in Olbia lagen wir gut. Auch unsere Vorräte konnten wir wieder aufstocken, wir fuhren mit unserem Scooter zum Lidl usw.. Am Dienstagmorgen hieß es für uns Leinen los, die anderen beiden gingen schon am Montag vor Anker im „Golfo Arnci“. Wir ankerten neben der „“ und auch die „Alegra“ war nicht weit. Wir verbrachten wieder ein paar schöne Stunden miteinander, Spielplatz und Eisessen mit der Crew der „Alegra“, sizilianisches Ragout essen auf der „Eira“ und Bierdosenhähnchen bei Uli auf der „TB“, es waren wirklich schöne Tage. Aber jetzt trennten sich unsere Wege, die „Alegra“ zog es auf die Balearen und die „Eira“ in den Norden Ziel Elba und uns nach Süden, nur Uli blieb im „Golfo Aranci“. Ah, voll vergessen, wir haben Delphine in der Bucht gesehen, endlich mal wieder Delphine und sie waren ganz nach bei am Boot, immer wieder toll.
Am 8. Aug holten wir den Anker hoch, setzten die Segel Richtung „Tavolara“ in die Bucht „Cala Gigolu“, es war wunderschön dort, toller Ankergrund und die Anzahl der Boote für August überschaubar. Es war wie erwartet, in Norden Sardiniens im Maddalena Archipel war viel los, Urlaubszeit August und Richtung Süden wurde es weniger. Wir genossen die Tage, morgens gingen wir schnorcheln, nachmittags paddelten wir mit dem SUP an Land, um ein bisschen zu laufen und Abend genossen wir die Ruhe und die Sonnenuntergänge. Nichtsdestotrotz wollten wir noch ne andere Buchten sehen weiter südlicher die „Cala Brandinchi/Coda Cavallo“. Wir ergatterten einen schönen Ankerplatz mit gutem Ankergrund, so hielten wir es wieder ein paar Tage aus. Am Nachmittag des zweiten Tages erkundeten wir die Strände mit dem SUP, denn das Anlanden mit dem Dinghy ist ein Problem und wird nicht gern gesehen, wir vermissen die Bahamas. Wir konnten unser SUP am xxxxxx an Land nehmen und beim Bootsausleiher „parkieren. Manchmal muss man einfach mit den Leuten reden und dann klappt so manches, was erst als No go aussieht. Wir spazierten am Strand entlang und endlich sah ich in der Lagune dahinter Flamingos, so schön. Wir liefen bis zum kleinen Hafen, 1 Steg, in Navily stand man kann dort das Dinghy nicht anlegen oder nur gegen Gebühr. Wir erkundigten uns freundlich, hatten ein nettes Gespräch mit den Jungs und am Abend konnten wir das Dinghy anlegen. Für uns ging es erstmal zum SUP und wieder ins Wasser zum anderen Strand „Cala Brandinchi“, einen der schönsten Strände Sardiniens. Ja, bestimmt superschön, wenn nichts los ist. Er war gnadenlos überfüllt. Wir hingen unser Dinghy, nach Absprache, an die Boje der Ausleihstation und gingen den Strand entlang. Ich habe mich schon gewundert, dass so viele lila Bänder um den Arm hatten. Durch ein Gespräch mit einem netten Italiener haben wir erfahren, dass man für diesen Strand Eintritt zahlen muss und nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern erwünscht ist, verrückt. Voll cool und ein Highlight des Strandes das Verkaufsboot. Wir paddelten mit unserem SUP wieder zum Boot, planschten noch ein bisschen im Wasser und fuhren gegen Abend mit dem Dinghy nochmal los. Dort erkundeten wir das Dorf, es gab auch einen kleinen Dorfladen, in dem wir etwas frisches Obst und Gemüse kauften, bevor wir wieder zurück zum Boot fuhren und nen leckeren Salat zubereiteten. Nach 3 Nächten und einem Gewitter ging es weiter zu „SpiaggiaLaCinta/SanTeodoro“, mit wunderschönem Strand. Wir hatten Glück und das Wetter passte, denn hier kann man nicht immer ruhig ankern. Die Bucht ist ziemlich weitläufig und nur von wenig Seiten geschützt. Wir verbrachten 3 Nächte dort mit wunderschönen Sonnenauf und -untergängen, schönen und langen Strandspaziergängen und netten Booten um uns herum. Es war zum Glück nicht viel los am Strand, man konnte gut mit dem SUP anlanden und richtig schön laufen. Am 14ten abends durften wir sogar eine Marienprozession miterleben. Ein Schiff fuhr mit einer Marienstatue, etlichen Patres und einigen Leuten darauf, begleitet von vielen anderen kleinen Booten durch das Ankerfeld, ein riesiges gehupe, das ganze Ankerfeld hupte mit, dann wurde irgendwas gesungen und gesprochen und es ging wieder zurück nach San Teodoro. Es waren wunderschöne Tage dort.
Wir haben beschlossen, dass dies unser südlichster Punkt Sardiniens dieses Jahr sein wird, der Wind spielte nicht mit und zum motoren hatten wir keine Lust, so zog es uns wieder Richtung Norden, wir wollen Anfang Sept in Elba sein. Es ging wieder über Aranci nach Olbia, dort hieß es wieder ein paar entspannte Tage mit einkaufen, Eisessen und Freunden und Bekannten zu verbringen. Wir hatten Glück und fanden diesmal gleich einen freien Platz an der Mole, so war es voll relaxt und warm. Es waren wieder ereignisreicht Tage in Olbia, uns wurde nicht langweilig. Wir trafen die Avalon nochmal, bevor es für sie Richtung Süden nach Sizilien geht und für uns nach Norden. Wir verbrachten wieder mal einen schönen, unterhaltsamen Grillabend. Am nächsten Abend verabredeten wir uns zu Boccia spielen, wir funktionierten das Stückchen Rasen neben ihren Boot zum Spielfeld um und hatten ne Menge Spaß. Wir trafen Uli wieder, es gab wieder Bierdosenhähnchen, lecker. Wir lernten auf seinem Boot wieder super nette und interessante Leute kennen und hatten einen kurzweiligen Abend, feucht-fröhlich. Am nächsten Tag bekam er Besuch aus Berlin, auch diese 3 durften wir kennenlernen und es waren wieder schöne Abende und Gespräche. Wir hatten Glück, sie waren mit dem Auto da und wir durften unsere Einkäufe bei Lidl auch von ihnen an die Mole fahren lassen, juhu cool. Am Freitag bekamen wir spontan Besuch von Lindauern, sie waren mit Charterboot unterwegs und hatten Crewwechsel in Olbia. Da die Mole belegt war, das Anker nur bedingt erlaubt ist, kamen sie zu uns ins Päckchen. Auch dieser Abend wurde wieder lang und schön, wir gingen zusammen Pizzaessen und wir mussten viel von unserer Reise erzählten. Ende des Abends, Absacker auf der Mole, alle deutschsprachigen Nachbarn waren dabei.
Wir verliesen am Samstag Olbia um noch 2 Nächte in“ Aranci“ zu ankern und dann weiter nach Korsika zu ziehen. Uli mit seinen Berliner Freunden lagen schon dort, wir waren am Abend zum Bierdosenhähnchen eingeladen. Die Hähnchen waren wieder mal sehr schmackhaft und der Abend schön und kurzweilig. Ihr seht es wird uns nicht langweilig! Auch die Wege von Uli und uns trennen sich nun er nach Süden, wir nach Norden.
Am 24.07 war es endlich so weit, wir fuhren mit unserer Okeanos in den „Ford“ nach Bonifacio, vorbei an den Steilklippen in den Naturhafen. Es war sehr imposant, die Kalksteinwände und über uns die Altstadt mit der Zitadelle.
Aber der Reihe nach, als sich der Wind am Mittwoch beruhigt hat, beschlossen wir uns ein Stückchen nach Süden zu verschieben. Zeitig in der Früh brachen wir auf, leider war der Wind nicht wirklich gut, wir mussten dazu motoren. Mittag kamen wir in der Bucht „Porto Novo West“ an. Wir entschieden uns kurzfristig für diese, da hier nicht ganz so viel los war, wie in der „Rondinara“, der muschelartigen Nachbarbucht. Der Wind war auch o.k. für die Nacht und so schmissen wir den Anker im klaren Wasser auf Sand. Leider kamen am Nachmittag viele kleine Ausflugsboote, die Bucht füllte sich, es war aber alles noch im Rahmen. Wir hatten einen schönen Tag, spazierten am Strand und planschten im Wasser, genossen das Leben. Abends und am Morgen war es wunderschön, denn alle Tagesausflügler waren weg, wir waren nur ca. 10 Boote vor Anker, es war ruhig und eine tolle Stimmung.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Bonifacio, die Windvorhersage sollte passen. Erst war es auch eine schöne Fahrt, aber als wir ans süd-westliche Eck von Korsika kamen, auf einmal nahm der Wind zu, 23kt, Kapeffekt. Leider nahm nicht nur der Wind zu, sondern auch die Wellen, die Tücken der „Straße von Bonifacio“. Der Eingang zum „Ford“ war sehr tricky, komische See dort, aber ein geniales Ambiente, die Steilküste. Mit viel geschaukel sind wir in die Bucht eingelaufen. Es wurde schnell ruhiger und wir konnten die Atmosphäre genießen. Wir hatten wieder mal voll Glück beim Anlegen, dass uns ein Dinghy mit deutscher Besatzung bemerkte und uns half in der kleinen Bucht gegenüber der Stadt festzumachen. Man legt dort an Mooring an, eine Leine für vorne und hinten, diese ist am Felsen an einem Metallring befestigt. Es gibt keine Hilfe vom Hafenpersonal, somit zu zweit etwas schwierig, aber man hilft sich gegenseitig. Der Platz ist super, bestens geschützt, gegenüber der Stadt, am Ende ein kleiner Strand, einfach paradiesisch und das für 25,00€ am Tag.
Im Hafen gibt es ein gutes Dinghydock, an dem ohne Probleme anlegen kann. Wir genossen erstmal einfach die Aussicht und chillten am Boot. Da man uns so super beim Anlegen geholfen hat, haben natürlich wir bzw. Markus den nachfolgenden Booten auch die Hilfe angeboten. Pünktlich als unser Nachbarboot ablegte, lief die Avalon ein und konnte sich so neben uns legen. Die beiden, Birde und Andi, haben wir in den Bahamas kennengelernt und haben dort schon einige Tage miteinander verbracht. Wir sind immer in Kontakt geblieben und in Bonifacio kreuzten sich unsere Wege wieder. Wir verbrachten ein paar unterhaltsame feuchtfröhliche Abende zusammen und erkundeten die Stadt, kurzum wir hatten ein paar coole Tage in Bonifacio. Wir wetterten den ersten Místral dieses Jahr zusammen ab, gut ab, die Bucht war super geschützt. Bonifacio ist ein schönes Städtchen. Wir schlenderten durch die Altstadtgassen, wanderten die Klippen entlan,g immer mit einer atemberaubenden Aussicht, und stiegen die Treppen „Escalier du Roi d’Aragon“ (187 Stufe fast senkrecht) runter und wieder rauf, genossen das ein oder andere Glacier usw.. Es war eine super Zeit.
Aber alles Schöne hat ein Ende und wir wollten ja weiter Richtung Sardinien. Die Avalon verabschiedete sich und segelte Richtung Norden. Wir verließen Bonifacio am 30.07 Richtung Süden. Wir segelten bei gutem Wind quer über die „Straße von Bonifacio“, begleitet von unschönen Wellen.
Nach einer guten Überfahrt hätte etwas mehr Wind haben können, kamen wir glücklich über einen Hafenplatz in Bastia an. Zuerst hatten wir nur nen Hafenplatz für Samstag und Sonntag im „Alten Hafen“ und stellten uns auf eine Nacht vor Anker ein. Wir entschieden uns aber spontan im „Neuen Hafen Toga“ mal anzufunken und siehe da, es war was frei. So entschlossen wir uns den „Alten Hafen“, auch wenn das Ambiente toll ist, sausen zu lassen und 4 Nächte im „Port Toga-Bastia“ zu verbringen. Dieser Hafen ist ein bisschen außerhalb, aber alles super zu Fuß erreichbar, etwas ruhiger und günstiger. Es ist immer wieder mal schön im Hafen zu sein. Es ist zwar etwas wärmer und man kann nicht vom Boot ins Wasser springen, dafür braucht man sich keine Gedanken zu machen wie und wo die Nachbarn ankern und man hat fließend Wasser. Erstmal bekam unsere Okeanos eine deftige Wäsche, als diese vom Salz befreit war, hatte die Waschmaschine ihren Einsatz, Bettzeug waschen. Nach getaner Arbeit erkundeten wir Bastia. Ein wirklich schönes Städtchen, toll zum Flanieren und Spazieren. Es war ganz schön was los.
Wir beschlossen am Samstag „Cape Corse“ zu erkunden. Markus besorgte uns am Morgen ein Auto und los ging`s Richtung Norden der Küste entlang. Wir hatten eine tolle Aussicht auf unsere Fahrt, den ersten Zwischenstopp machten wir in „Macinaggio“. Dieses Städtchen hat größeren Hafen und einen guten Ankerplatz, vielleicht was für September. Die Ankerplätze sind etwas rar in Korsikas Norden, auf der Ostseite steht oft der Schwell und es gibt keine richtigen Buchten und auf Westseite gibt es zwar wunderschöne Buchten, die aber bei Westwind, und der weht oft, nicht geschützt sind. Aber wir waren mit dem Auto unterwegs, das Boot lag sicher im Hafen, so brauchten wir uns darüber mal keine Gedanken machen. Nach einem kurzen Spaziergang ging es weiter zur Nordspitze von „Cap Corse“, Stopp in „Tollare“. Ein total idyllisches, ruhiges und friedliches Dörfchen. Ich weiß nicht genau, ob es dort Einheimische gibt oder alles Ferienwohnungen oder -häuschen sind. Auf jeden Fall hat es mich voll geflasht, könnte mir vorstellen dort mal ne Woche zu verbringen, am Ende von Korsika. Da alles ein bisschen langsamer dort stattfindet, war auch die Essensbestellung ein Geduldsspiel. Leider verloren.
Nach ner Cola zogen wir weiter. Jetzt ging es Richtung Süden der Westküste entlang nach „Saint-Florent“ mit Zwischenstopp an der „Mattei- Windmühle“. Die Fahrt hatte es ganz schön in sich. Es war ein wunderschöne Küstenstraße, Wahnsinns Ausblicke, aber auch Wahnsinns viele Kurven.
Ich habe Tage vorher irgendwo gelesen, dass auf Korsika nicht die km gemessen werden, sondern die Zeit, die man benötigt. Wir brauchten auf jeden Fall für die 65km gefühlt ne Ewigkeit. Ich musste ganz schön mit mir und meinen Körper kämpfen, aber die Landschaft war überwältigend. Endlich angekommen in dem Küstenstädtchen suchte wir zuerst mal was zum Essen, wir hatten ja den ganzen Tag noch nichts Richtiges gegessen. „Saint-Florent“ wird als St. Tropez von Korsika bezeichnet., fand ich jetzt nicht, aber…… Es ist aber trotzdem recht nett, mit einem großen Hafen und vielen Leuten. Es war nun schon gegen Abend und wir fuhren Richtung Bastia, noch mal über einen Pass, aber nicht mehr so viele Kurven. Es war ein wunderschöner Tag und hat uns einen schönen Einblick auf Korsikas Norden gegeben. Zum Glück wurden wir in Bastia am Sonntag von Gewitter und Regen verschont. In Elba hatten sie ganz schön Wind, Regen, Blitz und Donner und wie wir später erfahren haben, hat es ein Stück südlicher auch ganz schön gewindet und geregnet. Bei uns war nach ein paar Tropfen und zwei, drei Böen alles vorbei und so konnten wir uns aufmachen Richtung Stadt. Es sollte ein Bauernmarkt stattfinden und ein Flohmarkt. Beides sehr spärlich, ob es immer so ist oder wegen des Wetters, keine Ahnung. Auch sonst war in der Stadt nicht viel los, es war Sonntag und Sonntag sind, wie bei uns in Deutschland, in Frankreich die meisten Läden geschlossen. So spazierten wir ein bisschen durch die Altstadt, hinauf zur Zitadelle und wieder zum Boot. Am Montag, 14.Juli, Nationalfeiertag in Frankreich, liesen wir es ruhig angehen. Wir spazierten zum benachbarten Strand und stürzten uns in die Wellen, wortwörtlich. Am Abend genehmigten wir uns ein Eis in der Stadt. Ja, auch die Franzosen können Eis machen, nur ein bisschen teuer. Es war richtig was los und die jungen Mädchen waren ganz schön rausgeputzt, am Nationalfeiertag. Pünktlich um 22.35 Uhr startet die Drohnenshow mit anschließendem Feuerwerk. Das Feuerwerk war sehr spektakulär und sehr lang, die Drohnenshow nicht vergleichbar mit der in Genua. Aber es war ein netter Abend und es gab viel zu sehen.
Weiter ging es am Dienstag nach „Tavellara“, etwas südlicher. In diesem Hafen waren wir mit Stefan schon vor 2 Jahren, so schwelgten wir ein bisschen in Erinnerungen. Der Hafen wird auch als Stinkehafen bezeichnet, da es manchmal nach faulen Eiern riecht. Wir hatten Glück, wir bekamen einen Platz und es roch nicht. Neben uns ein netter, älterer Schweizer Herr, mit ihm kamen wir zugleich ins Gespräch, so hatten wir ein nettes Ankommen. Am Nachmittag machten wir unsere Roller startklar und rollten durchs Hinterland ins nächste Dorf. Ein nettes kleines Urlaubsdörfchen mit einigen Lokalen und nen schönen Strand. Am Abend gingen wir noch an den Strand direkt neben den Hafen und genossen die Stimmung. Weiter ging es nach „Solenzara“, mein Wunsch. Diesmal gönnten wir uns nen Hafenplatz. Letztes Mal, als wir hier waren, gingen wir vor Anker und es war mächtig rollig. Von dort starteten wir unsere erste „Langfahrt“ nach Elba mit Nachtstart im ersten Jahr. Diesmal sollte es aber der Hafen sein, wir wollten mehr von Korsika sehen als nur die Küste. Das schöne ist die Hafenplätze sind trotz Hauptsaison noch tragbar, d.h. unter 100€. Direkt neben dem Hafen erstreckt sich ein schöner Strand, natürlich nicht mit dem in den Bahamas vergleichbar, aber Strand. Das verrückte war, das an dieser Stelle der Fluss „Solenzara“ ins Meer fließt. Es war irre, das warme Süßwasser vermischte sich mit dem kälteren Salzwasser, ein cooles Gefühl. Am Abend erkundeten wir das Dörfchen es war ein Straßenmarkt mit Musik, Schmuck, usw. und super, gute Stimmung. Am nächsten Tag besorgten wir uns ein Auto und fuhren ins Tal der „Solenzara“. Der Fluss, hat immer wieder Naturpools gebildet, auch Gumpen genannt, in denen man baden kann. Es war wieder ein wunderschöner Ausflug in die Natur Korsikas. Wir fuhren durch Bergwälder, es roch nach Kiefer und Gewürzen. Manchmal überquerten Schweine, Kühe oder Ziegen die Straße und immer wieder sah man Wegweiser für Wanderpfade. Korsika hat viele Berge, viele 2000der. Wir beschränkten uns auf`s Flussbaden, herrlich so im Süßwasser. Da es uns so gut gefiel und wir ja keine Eile haben, beschlossen wir noch ne Nacht zu bleiben.
Am Samstag hieß es Leinen los nach „Porto Vecchio“, dort gibt es eine große gut geschützte Ankerbucht, Sonntag war viel Wind vorhergesagt. „Porto Vecchio“ ist ein schönes Städtchen und wir planten schon unseren nächsten Trip durch Korsika.
Wir wollten „Bonifacio“ auf dem Landweg besuchen. Mit dem Bus ging es am Montag, Wetter schaute gut aus, für 8€ Hin- und Rückfahrt nach „Bonifacio“. Atemberaubende Lage, die ausgewaschenen Felsen und die Zitadelle, die über dem Hafen thront, einfach schön.
Das hat uns auf jeden Fall Appetit auf Mehr gemacht und nach wie vor wollen wir auch mal mit dem Boot dahin, vielleicht klappt es ja Diesmal. Heute heist es erstmal abwettern, es ist Bootstag angesagt, wir haben 30kt Wind in Böen.
Wir lagen gut an unseren Platz etwas hinten im Ankerfeld, ohne Störung von den ein- und abfahrenden Booten. Zu unserer Überraschung, unser Tauchlehrer Alessandro urlaubte genau Mitte Juni hier (er lebt mittlerweile in Frankreich). Wir freuten uns sehr und wollten ihn auf jeden Fall treffen. Wir hatten über die Jahre immer wieder Kontakt und es ist eine kleine Freundschaft entstanden. Und dann die nächste Überraschung gute Freunde, die Brüderlins, machten auch ganz in der Nähe Urlaub, die wollten wir natürlich auch noch treffen. Am Montag machten wir unser Schlauchboot einsatzbereit und spazierten ein bisschen durch das Städtchen, natürlich gab es ein Eis, lecker.
Am Mittag kam das Tauchboot in den Hafen und wir sagten kurz Stefano „Hallo“ und checkten ab, ob wir in „Naregno“ am Steg mit unseren Dinghy festmachen konnten. „Naregno“ ist die Nachbarbucht, nicht weit, dort hat Stefano seine Tauchbasis und dort hatte Alessandro ein Ferienhaus gemietet. Wir verabredeten uns am Nachmittag mit Alessandro am Beach (naja was man so Beach nennen kann). Vorher hatten wir noch freudigen Besuch an Bord, Marc und Felix. Sie machten nen kleinen Rollerausflug mit Ziel Okeanos. Markus holte sie an Land mit dem Dinghy ab, so konnten sie sich unser Zuhause anschauen. Wir verabredeten uns am Abend in „Porto Azzuro“, wo wir auch Steffi und die anderen treffen sollten, ein wirklich toller Abend. Dazwischen besuchten wir Alessandro, was auch sehr schön war. Er war/ist sehr interessiert an unserer Reise und am Bootsleben und so gab es viel zu erzählen. Am Dienstag verbrachten wir einen Bootstag, der Wind war ziemlich böig und wir wollten die Okeanos nicht allein vor Anker liegen lassen. Mittwochnachmittag bekamen wir Besuch von den Brüderlins und ihren Freunden, 12 Leute, an Bord. Markus spielte wieder Dinghytaxi. Es war ein chilliger Nachmittag, die Kids sprangen ins Wasser, wir Großen genossen ein Kaltgetränk, ich denke es hat alles gefallen und sie bekamen einen kleinen Eindruck vom Bootsleben.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Frühstück in ihrem Ferienhaus in „Capoliveri“. Wir planten für den nächsten Tag uns einen Roller zu nehmen, so waren wir mobil und wollten sowieso die Richtung fahren. Sie hatten ein tolles Ferienhaus mit grandioser Aussicht. Das Frühstück lies auch keine Wünsche übrig. Wir genossen es so sehr, dass wir erst kurz vor eins losfuhren und somit den Markt verpassten, aber egal. Den Rest des Tages cruisten wir auf der Insel herum, Richtung Westen, Ziel „Marciana“. Wir zogelten über die Berge, Elba hat viele Hügel, die zwischendurch auch ganz schön steil sind. Immer wieder durften wir die super Aussicht über Elba bis hin ans Festland genießen. „Marciana“ ist ein kleines Bergdorf mit engen Gassen, dort spazierten wir etwas umher und erfrischten uns mit Lemon Soda. Weiter gings zum Meer nach „Marina Marciana“. Es war etwas zu warm zum Umherspazieren und eigentlich suchten wir Bekannte, die wir in „Black Point“ auf den Bahamas kennengelernt haben. Melanie und Markus von der „Emma“, sie arbeiten im europäischen Sommer als Tauchlehrer auf Elba. Ich dachte, die Tauchbasis ist in „Marina Marciana“, war aber leider nicht so. Markus hatte zum Glück die Handynummer und kontaktete und es kam heraus sie arbeiten unterhalb von „Capoliveri“ in „Morcone“, auch mit M. Wir verabredeten uns für den frühen Abend, mal kurz Hallo sagen. So fuhren wir gemütlich wieder zurück. Wir trafen die Beiden an ihrer Tauchbasis, wow wirklich groß und sehr professionell und sehr deutsch. Nach einer Pizza am Strand, beschlossen Markus und ich den Roller doch noch etwas länger zu behalten und den Sonnenuntergang in der coolen „Acauarilli Bar“ zu genießen. Spät am Abend und müde kamen wir am Boot an. Ihr seht es wird uns nicht langweilig!.
Freitag hieß es Bootsarbeiten, waschen, Wassermacher anschmeißen usw.. Samstag und Sonntag verbrachten wir mit chillen am Boot, ein bisschen wandern, das Leben genießen beim Aperol usw.. Da uns „Porto Azzuro“ super gefällt und wir keine Eile hatten, das Wetter passte bzw. wenig Wind war, beschlossen wir noch ein bisschen hier zu bleiben, alte Freunde treffen (Alessandro), neue kennenlernen (Alfredo und Marion und Robin, Vi mit der kleinen Lia und Birgit und Uwe von der Nordseeküste und Carmen und Peter aus Kempten). Lustige Anekdote, Alfredo und Marion leben auf dem Boot und chartern um Elba. Sie ist eine Studienkollegin von Michael von der Ti `Ama, die haben wir 2024 in den Bahamas kennengelernt. So klein ist die Welt! Am Mittwoch beschlossen wir noch mal nen Roller zu mieten und diesmal in den Osten nach „Rio“zu fahren. Es war wieder ein Wahnsinns Tag, schöne Strände, grandiose Ausblick, wieder eine kleine Wanderung usw., einfach schön dieses Elba. Am Donnerstag warteten wir auf „alte“ Bekannte aus der Anfangszeit in der „Cala di Medici“, Wanja und Herbert. Am Nachmittag hatte sich Alessandro mit Noah angemeldet, sie wollen auch noch mal das Bootsleben genießen und einfach ins Wasser hüpfen. Es war wieder mal ein schöner Nachmittag mit interessanten Gesprächen. Den Tag konnten wir mit Wanja und Herbert bei Bier und Campaign ausklingen lassen, wir hatten uns viel zu erzählen, es wurde ein langer und lustiger Abend.
Wir verlängern in Elba!
Es hatte sich Besuch angekündigt! Markus Bruder Daniel meldete sich völlig überraschend an uns zu besuchen. Er hatte Urlaub und festgestellt, dass von Friedrichshafen ein Direktflug nach Elba ging. Wir freuten uns sehr. Wir verbrachten eine sehr schöne Woche um und auf Elba, wir ankerten in einigen südlichen Buchten, bereisten mit dem Auto die Nordküste und hatten einfach eine gute Zeit.
Auf Grund der Wetterlage beschlossen wir noch ein bisschen auf Elba zu bleiben, es wurde gewittriger und Elba schien geschützt zu sein. So wurden aus ein paar Tagen doch noch mal ne Woche, die wir mit neugewonnen Freunden verbrachten. Sie lagen in der Werft, Probleme mit der Ankerwinsch, sie haben auch ein Aluboot und so kam man einfach ins Gespräch. Das Lustige und Gute ist, sie haben einen Liegeplatz in der „Cala di Medici“. Wir verabredeten uns zum Sundowner oder zum Grillen oder zum Essen und so verkürzten sich die Abende mit netten Gesprächen. Es wurde uns nicht langweilig, es gibt ja immer was zu tun oder zu anzuschauen.
Am Donnerstag 11.07 holten wir den Anker hoch, nach fast 4 Wochen planten wir Elba zu verlassen Richtung Korsika, Bastia. Es war eine Gewitterfront in Anmarsch, die diesmal nicht vor Elba Halt machte. Aber wir kommen auf jeden Fall im September wieder!
Nach einem erfolgreichen Heimflug und 4 Wochen Deutschland, sind wir nun wieder im Mittemeer, Italien angekommen. Wir hatten schöne und erfolgreiche Wochen in Deutschland, eine schöne Zeit mit der Familie, viele, tolle Treffen mit Freunden und Bekannten, Arzttermine (auch bei Fachärzten) usw.. Mit frischen Ideen und neuer Abenteuerlust ging es am 30.05.2025 nachts in Bregenz los, wir fuhren mit dem Flixbus nach Genua, wo am 31.05 unsere Okeanos ankommen sollte. Wir verbrachten eine Nacht im Hotel und wurden am nächsten Mittag von Tom und Sybill, ihr Schiff fuhr auch mit dem Cargoschiff rüber, abgeholt. Sie kamen mit dem Auto aus der Schweiz nach Genua und nahmen uns mit zum Hafen, um unsere Schiffe wieder entgegenzunehmen. Es ist alles gut gelaufen, die Okeanos schwimmt wieder! Sie war zwar etwas salzig, aber nach einigen Wäschen war sie wieder sauber. Wir verbrachten fast 2 Wochen in Genua. Wir mussten ja das Schiff wieder klarmachen, Segel aufziehen, Solarplatten anschrauben, saubermachen, Davits anschrauben, Vorräte auffüllen usw., natürlich durfte das Sightseeing nicht zu kurz kommen. Genua hat eine superschöne Altstadt, wird etwas unterschätzt. Es ist die größte zusammenhängende Altstadt Europas. Das Essen, EIS, ist bock lecker, Dolce Vita halt.
Markus Eltern besuchten uns ein paar Tage, so konnten wir gemeinsam Genua erkunden und genießen.
Eigentlich wollten wir am 10.06 los, aber ein paar Tage vorher bekamen wir die Nachricht, dass der Hafen am Vormittag gesperrt ist, da die „Amerigo Vespucci“ von ihrer Weltreise zurückkehrt. Wir beschlossen noch nen Tag dranzuhängen, da wir nicht schon um 6.00 Uhr früh und nicht mehr am späten Nachmittag loswollten. Es hat sich wirklich rentiert dazubleiben. Es war ein Riesenspektakel. Die „Amerigo Vespucci“ ist ein, das, italienische Segelschulschiff, ähnlich wie bei uns die „Gorch Fock“. Im Internet heißt es, das sie „das schönste Segelschiff der Welt“ ist. Sie beendete ihre Weltumsegelung am 10ten in Genua und wurde von den Italienern mächtig gefeiert. Wir standen früh auf, um die Ankunft mitzubekommen. Das Schiff wurde von zig anderen Segelbooten empfangen und begleitet, im Hafen angekommen gab es ein lautes Hupkonzert von allen Hafenlieger (Fähren, Kreuzfahrtschiff, Superyachten usw.).
Mittags fielen Fallschirmspringer mit Fahnen vom Himmel, später flog die „Frecce Tricolor“ über den Himmel und färbte den Himmel in den Farben der italienischen Flagge ein. Wir lagen im Stadthafen „Porto Anitico“ unweit des Schiffes und bekamen so ein bisschen was vom offiziellen Akt mit, die Musik hörten wir sehr gut. Abends wurde eine Oper aufgeführt und um 22.30 Uhr wurde eine Drohnenshow veranstaltet. So was habe ich noch nie gesehen, absolut beeindruckend.
Tausende von Drohen schwebten im Himmel und formten Bilder in den nächtlichen Himmel, man dachte man schaut auf eine Leinwand. Es entstand das Schiff wie es über die Wellen segelt, die Reiseroute auf der Weltkugel, ein Kompass und vieles mehr, irre. Und zum Schluss dann noch ein Feuerwerk. Mit vielen Eindrücken vom Tag schliefen wir sehr gut. Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, Ziel war für diesen Tag „La Spezia“, vorbei an „Portofino“ und der „Cinque Terre“.
Leider war es etwas diesig und wenig Wind, wir mussten viel motoren und die Sicht war nicht ganz optimal. Unser ausgesuchter Ankerplatz vor „La Spezia“ war einigermaßen o.k., am Abend setzte die Thermik ein und es kam ganz schön Wind auf. Da müssen wir uns erst wieder drangewöhnen. Als die Düse nach lies, zog eine Demo mit Booten für Palästina vorbei, immer Aktion in Italien. Am Abend als es wirklich ruhig wurde und die Sonne unterging, erkannten wir erst, wie schön der Ankerplatz war. Leider war er nicht so ideal, dass er zum Verweilen einlud und so ging es am nächsten Tag weiter nach „Livorno“. Auf dem Weg dorthin mussten wir durch militärisches Gebiet und tatsächlich mussten wir unseren Kurs ändern, denn um 11.00 Uhr fand dort eine Schießübung statt. In „Livorno“ ergatterten wir einen Platz am „Livorno free Stadtdock“, wir konnten dort seitwärts anlegen, zwar ohne Strom und Wasser, dafür free und mitten in der Stadt.
Abends ein beliebter Treffpunkt, freitags Herrenstammtisch
Wir blieben 3 Tage und genossen nochmal das Stadtleben, bevor es weiter nach Elba ging. Am Sonntagmorgen, leider ohne Wind, setzten wir nach Elba über. Auch wenn wir unseren neuen Propeller noch nicht wirklich unter Segel testen konnten, unter Motor läuft es auf jeden Fall besser. Wir kamen zeitig am frühen Nachmittag in der Ankerbucht vor „Porto Azzuro“ an. Es war Sonntag, heiß und einiges los. Die Ankerbucht füllte sich Richtung Abend ganz schön, 50 Boote. Das Wasser lud zu einem erfrischenden Bad ein, auch wenn es nicht die Qualität der Bahamas hat, dafür aber keine Haie. Wir wollen einige Tage hierbleiben, wir haben ja keine Eile und uns gefällt es hier sehr gut.
In Palm Beach reiht sich Villa an Villa, Bentley, Porsche, Ferrari usw. gehören zum normalen Straßenbild. Laut Google leben dort 58 Milliardäre und zig Billionäre und Millionäre. Wir spazierten einen Nachmittag durch die Straßen der Reichen, auch mal interessant. Der Strand dort war aber alles andere als schön, es lag sehr viel Seegras rum. Die „Anwesen“ waren sehr beeindruckend. Die Tage vergingen ruck zuck, wir hatten einiges zu tun. Wir mussten unsere Okeanos seefest machen. Nach einigen Überlegungen und schweren Herzens haben wir vor ein paar Wochen beschlossen ins Mittelmeer zurückzukehren. Aus verschiedenen Gründen schippert die Okeanos derzeit ohne uns über den Atlantik ins Mittelmeer nach Genua. Sie wurde auf ein Frachtschiff geladen. Wir musste die Segel abnehmen, alle Loose Ware von Bord nehmen und verstauen und unter Deck alles aufräumen. Wir hatten nur ein ungefähres Datum Ende April und wurden per Mail am Laufenden gehalten. Endlich kam die Final-Mail bzw. das Verladedatum, der 30. April 17.30 Uhr. Wir waren gut vorbereitet, Kühltruhe war leer, Kühlschrank auch fast, unter Deck war alles fest verzurrt, Solarpanelle abgebaut, Segel abgeschlagen, Dinghy fest vertäut, es konnte losgehen.
Das große Schiff die „Dolfijngracht“ lag im Hafen und die ersten Schiffe schon an Bord. Nach einiger Wartezeit ging es endlich los. Wir mussten das Achterstag lösen, dann kam der Kran und hob die Okeanos an. Wir gingen von Bord und wurden mit einem anderen Schiff zur Marina gefahren, wo unser Mietwagen stand. Von der mussten wir um Frachthafen fahren und uns dort uns ordnungsgemäß anmelden, dann durften wir erst auf die „Dolfijngracht“ bzw. auf die „Okeanos“. Wir mussten das Achterstag wieder befestigen und unser Boot seefest machen, d.h. in unseren Fall die Folie über das Cockpit ziehen.
Alle an Bord waren super nett, hilfsbereit und sehr auskunftswillig. Wir erfuhren, dass das Schiff erst am nächsten Tag um 12.00 Uhr auslief und Markus fragte, ob wir vielleicht unseren Propeller noch wechseln könnten. Wir hatten ja im Dezember ein kleines Problem mit dem Propeller, es waren nur noch drei anstatt vier Blätter vorhanden. Da wir damals Zeit und Geld sparen wollten/mussten, schraubten wir den Alten wieder ran und sind bis jetzt mit diesem unterwegs gewesen. Der neue Propeller, den Biggi und Reilo im Januar mitgebracht haben, lag gut verstaut unter unserem Bett (ein „Haul-out“ in den Bahamas wäre ziemlich teuer gewesen). Und, juhu, es war kein Problem! So planten wir am nächsten Tag um acht wieder an Bord zu sein, um am Boot zu arbeiten, die Nacht verbrachten wir in einem typisch amerikanischen Motel. Gesagt – getan fast pünktlich um neun waren wir wieder an der Okeanos und suchten das Werkzeug zusammen. Erst musste der alte, starre Propeller runter, gar nicht so einfach. Aber auch hier, war die Crew der „Dolfijngracht“ wieder total hilfsbereit, sie stellten uns sogar ihr Werkzeug zur Verfügung.
Auch in die Bordmensa auf einen Kaffee wurden wir eingeladen. Es war total lustig und informativ dort, sogar den Kapitän lernten wir kennen. So verließen wir wohlgesonnen die Okeanos (mit neuem Propeller).
Wir verbrachten noch einen Tag in Fort Lauderdale, trafen uns dort mit Kathi und Silvio und hatten einen schönen Abend miteinander. Am nächsten Tag ging es Richtung Miami, dort genossen wir noch ein bisschen die Stadt und das schöne Wetter. Pünktlich um 21.00 Uhr startete der Flieger Richtung Frankfurt.
Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen, 4 Wochen, jetzt wird es endlich mal wieder Zeit von unseren Tagen in Florida zu erzählen. Wir hatten eine schöne Überfahrt, die Welle war erträglich und der Wind super, um die Segel zu setzen. Am Nachmittag sind wir in Fort Lauderdale angekommen, es war crazy. In der Einfahrt des „Port Everglades“ war viel los, ein großer Tanker kam uns entgegen, neben uns noch ein Segler und hinter uns eine Superyacht und dann noch die Strömung, puh. Wir haben alles gut gemeistert, aber an entspannen war nicht zu denken. Kaum die Einfahrt passiert, mussten wir rechts abbiegen und durch eine Klappbrücke. Es war Sonntag und es war die Höhle los in den Kanälen von Fort Lauderdale. Für uns, die wir von den einsamen Bahamas kamen, war es eine andere Welt, wir haben uns schnell daran gewöhnt. Zum Glück war am Ankerplatz im „Lake Silvia“ noch Platz für uns und so konnten wir gegen 17.00 Uhr unser Anker neben der „Seabbatical“ schmeißen. Welcome Amerika!
Am nächsten Tag früh um acht gingen wir zusammen mit Kathi und Silvio zum Einklarieren. Ich war etwas nervös, ob alles klappt, man hat so viel gelesen in den Medien und es wurde viel gemunkelt wegen der Einreise in die USA. Zum Glück hat alles geklappt, wir haben den Stempel für 180 Tage Aufenthalt bekommen, juhu. Bevor wir zum Boot zurück gingen, stoppten wir am Supermarkt. Schön, viel Auswahl zu erschwinglichen Preisen. Die nächsten Tage in Fort Lauderdale verbrachten wir damit die Stadt zu erkunden und endlich mal wieder bummeln zu gehen. „Bummeln“ in Segelgeschäften (Ersatzteile usw.), Hardwarestores usw.. Es war nicht schlecht wieder in der Zivilisation zu sein. Fort Lauderdale hat uns sehr gut gefallen. Man sagt es ist das Venedig Amerika´s, es ist mit vielen Kanälen durchzogen. Die meisten Häuser haben vorne einen Autostellplatz und hinten einen Bootsstellplatz, daher wimmelten es von Boden. Wir ankerten 2 Wochen im „Lake Silvia“, es war sehr ruhig dort und wir lagen sehr zentral.
Wir konnten mit dem Dinghy gut an einer „Raw Bar“ andocken, für 10 Dollar pro Tag, diese konnten wir aber auch als Verzehrgutschein verwenden und so war das Ablegebier gesichert.
Von dort aus konnten wir per Fuß viele Geschäfte erreichen. Einen anderen Parkplatz für unser Dinghy fanden wir etwas nördlicher, dort mussten wir gar nichts bezahlen, von dort konnten wir gut den Strand per Fuß erreichen und die belebte Innenstadt des Stadtviertels „Las Olas“.
Am Ostersamstag machten wir mit unseren Freunden Kathi und Silvio einen tollen Ausflug in die „Everglades“. Markus wollte die „Everglades“ schon im Januar besuchen, aber da hatten wir die Zeit nicht, umso schöner war es, dass es jetzt geklappt hat und dass wir diesen Ausflug zu viert machen konnten. Kathi und Silvio hatten ein Auto, wir verabredeten uns am frühen morgen und fuhren ca. 1 Std zum „Holiday Park in die Everglades“. Zuerst gab es etwas fragwürdige Alligatorenshow, gehört halt auch dazu. Aber dann ging es ab auf`s Airboat und wir düsten durch die „Everglades“. Zwischendurch stoppte das Boot und fuhr langsamer und wir sahen wirklich Alligatoren, keine gefangene, sondern frei in der Natur lebende. Ein eindrucksvoller Ausflug!
Aber wie schon so oft, irgendwann kam das Bedürfnis weiterzuziehen. Am 22.04 zogen wir den Anker Richtung „Palm Beach“, es lagen 35sm und 20 Brücken vor uns. Pünktlich um 7.45 Uhr standen wir vor der ersten Klappbrücke. Wir mussten etwas timen, aber es lief gut wir kamen zügig voran, vorbei an Villen, einfachen Häuschen, Mangrovenwälder, Naturschutzgebieten und ….., eine abwechslungsreiche Fahrt. Die letzte Klappbrücke der 20 wurde uns fast zum Verhängnis. Sie begann schon zum Schließen, als wir sie noch nicht ganz passiert, aber zum Glück, wir haben es noch rechtzeitig geschafft. Kurz danach erreichten wir schon das Ankerfeld und hatten Glück, es war nicht viel los. Hier trafen wir wieder Bekannte Tom und Sybille von der Playa. Die Tage in Palm Beach vergingen schnell.
Glücklicherweise haben wir durch Zufall bzw. durch die Naia, Kathi und Silvio von der Seabbatical beim Sundowner in „Staniel Cay“ kennengelernt. Es hat auf Anhieb gepasst, wir haben uns super verstanden, uns zieht es einfach zu unseren Schweizer Nachbarn. Am Samstag lichteten wir den Anker, es wurde auch Zeit weiterzuziehen. Unser nächster Stopp sollte „Pipe Cay“, kurz vor „Compass Cay“, sein. Mein Capitain hat wieder mal einen hervorragenden Ankerplatz ausgesucht. Super Sandboden, super Ankerhalt, bahamatürkisblaues Wasser und wir fast allein. Nur wir, die Seabbatical und die Naja. Einfach traumhaft!.
Markus und ich erkundeten am Nachmittag die Umgebung mit dem Dinghy. Wir fuhren in die Marina von „Compass Cay“, dort kann man mit Ammenhaien schwimmen, Touristenattraktion. Ja, wir sahen die Haie auch, aber uns faszinierten die Rochen viel mehr.
Wir schipperten wieder zurück in unsere Bucht und gingen an den Strand, um ein bisschen zu laufen. Leider konnten wir nur an dem kleinen Strandabschnitt entlanglaufen, dahinter war gleich Gestrüpp. Macht nichts, nächster Strand, der war länger und interessanter. Seit „Staniel Cay““ häuften sich die Super- und Megayachten, da sie nicht so weit an den Strand fahren können, haben sie große Beiboote. Diese können viel transportieren und daher sieht man des Öfteren kleine Zeltlager am Strand für den Tagesstrandbesuch (Küchenzelt, Speisezelt. Liegefläche mit Sonnenschirmen usw.). So war es auch an diesem Strand, Webergrillstadion, weiße Tischdecken, Holzgartenmöbel usw.. Es saßen einige Männer um den fein gedeckten Tisch beim Weintrinken. Wir kamen kurz ins Gespräch, sie waren beeindruckt, dass wir über den Atlantik gesegelt sind, dann gingen wir weiter. Als wir zurückliefen, hatten sie schon einiges an Alkohol intus. Der Yachtinhaber lag im Sand, um ein Nickerchen zu halten und die anderen ließen ihn einfach in der prallen Sonne liegen. Fazit: Betrunken sind alle gleich, ob Geld oder nicht, liegt man(n) irgendwo rum. NEIN, in unserer Schicht hätte man den armen Mann nicht in der Sonne braten lassen, sondern hätte ihn wenigstens einen Sonnenschirm gegeben oder sich um ihn gekümmert. Wir blieben 3 Nächte in „Pipe Cay“ und hatten ne Menge Spaß. Wir unternahmen einige Schnorchelausflüge, versuchten Lobster zu fangen und beobachten die Rochen im Hafen von „Compass Cay“.
Bei einer Ausfahrt waren wir gottfroh, dass wir mit 2 Dinghys unterwegs waren, denn unser Motor streikte mitten in der Ausfahrt. Wir wurden zum Glück von Kathi und Silvio abgeschleppt. Problem schnell gefunden, Dreck im Vergaser. Am Dienstagmittag ging es weiter Richtung „Warderick Wells“, dort ist das Zentrum des „Land- and Seapark Bahamas“. Wir ankerten in der Bucht „Emerald Rock“. Die ersten Stunden waren etwas bewegt, es war noch etwas Welle am Ankerplatz, aber o.k..
Die nächsten Tage sollte wieder eine Front mit etwas mehr Wind herziehen und dann sollte sich der Wind etwas drehen und wir würden hier ganz gut liegen., besser noch, wenn wir näher zur Insel ankern könnten. Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Dinghy zum Parkbüro um uns anzumelden und etwas die Beine zu vertreten. Der Angestellte war sehr nett und erlaubte uns näher zum Land zu ankern, da es bei mehr Wind ruhiger und sicherer ist. Das taten wir dann auch und wir hatten für die nächsten Tage einen super Ankerplatz mit kurzem Zugang zum Land. Wir genossen die nächsten Tage. Wenn Wind und Welle es zuließen schnorchelten wir mit Kathi und Silvio oder wir wanderten die Insel ab. Es war bzw. ist ein super Schnorchelrevier, der Naturschutz macht sich bemerkbar, es gibt viele Korallenheads und größere Fische, Schildkröten, Rochen und….. Mein oder unser absolutes Highlight waren die Rochen. Wir sahen mehrere Rochens auf einmal, sie waren sehr groß und es sah aus als würden sie durchs Wasser fliegen, total eindrucksvoll. Auch einen Hai, keinen Ammenhai wie sonst, sondern einen ???Hai, sahen wir. Es waren wirklich schöne Tage dort in „Warderick Wells“.
Nach 5 1/2 Tagen ging es weiter nach „Shroud Cay“, meine Lieblingsinsel in den Bahamas. Am Nachmittag unternahmen wir gleich mal den Ausflug durch die Mangroven zur anderen Seite zum wunderschönen Beach. Leider war etwas viel Gegenwind und das Wasser im Kanal war nicht so klar wie letztes Mal, so konnten wir nicht so viele Schildkröten beobachten. Aber wir sahen einige und die Fahrt hat sich wieder mal rentiert. Auf der anderen Seite, der Ostseite, konnten wir das faszinierende Farbenspiel zwischen Wasser und Sand, zwischen beige, rosa und etlichen türkis und blau Tönen bewundern. Immer wieder genial!!! Den gleichen Ausflug unternahmen wir am nächsten gleich nochmal, weil es so schön ist, diesmal zusammen mit Kathi und Silvio. Es war Zeit sich von von der Naja und der Seabbatical zu verabschieden, unsere Wege sollten sich hier trennen (vielleicht), wir Richtung Nassau, die anderen wollten noch in die nördlichen Bahamas. Nach 3 Tagen ankern an meinen Lieblingsankerplatz zogen wir weiter nach Nassau.
Die Fahrt war gut, der Wind o.k., wir waren 8 Stunden unterwegs. Schon lange waren wir nicht mehr so lange am Stück segeln. Nach einigen Hin- und Her, fanden wir einen ganz guten Ankerplatz, diesmal auf der anderen Seite vom Kreuzfahrtterminal, nicht im Kanal. Im Kanal war es sehr voll und es hatte viel Strömung. Am nächsten Tag klarierten wir ordnungsgemäß aus, Stempel kostet 75 Dollar, aber wir wollten ja alles richtig machen. Danach gingen wir noch ein bisschen frische Sachen einkaufen, endlich mal wieder Obst und Gemüse für erschwingliche Preise (12 Eier für 4,95$ statt 13$), lecker. Da es unser letzter Tag auf dem „Festland Bahamas“ war, beschlossen wir noch ein Abschiedsgetränk zu uns zunehmen. Wir fanden eine kleine, nette Bar am „Junkanoo Beach“ und verbrachten dort einige Getränke, hatten noch ein gutes, informatives Gespräch mit dem Barkeeper – guter Tag.
Am nächsten Tag zogen wir um 9.00 Uhr den Anker Ziel „Chub Cay“. Am frühen Abend kamen wir nach einer recht rolligen Überfahrt (aber guter Wind und gute Fahrt) an. Leider war der Ankerplatz nicht ganz so ruhig. Aber es war auszuhalten und wir wollten ja nur ne Nacht bleiben. Plan war am nächsten Tag um 4.00 Uhr zu starten Richtung „Cat Cay“ über die „Great Bahama Bank“ 90sm. Wir gingen nochmal ins Wasser, Bahama abbaden, kochten und gingen schlafen. Planmäßig ging es um 4.00 Uhr im Dunkeln los, der Wind blies mit 25kt aus der Richtung, die wir brauchten. Wir hatten einen super tollen Segeltag. Gute Fahrt durchs türkisblaue Wasser, wir kamen super voran.
Nur unser ausgesuchter Ankerplatz vor „Cat Cay“ zeigt sich als nicht so gut, er war nicht gut gegen den Wind geschützt. Da wir zeitig dran waren, segelten wir weiter nach „Bimini“. Dort waren wir noch nicht, noch eine zusätzliche Insel auf den Bahamas zum Abhaken. Der Ankerplatz war so so, erst gut, dann aber gegen morgens etwas unruhig. Bimini nicht sehr beeindruckend, aber vielleicht waren wir einfach schon an zu viel schönen Orten. Am Sonntag als es hell wurde ging es weiter über die „Straße von Florida“ Richtung Fort Lauderdale. Florida – Amerika.
Weiter ging es Richtung Norden nach „Lee Stocking Island“ in die „Willams Bay“. Dort wartete die Naia schon, wir waren auf ein Snorkeling verabredet. Wir schafften es pünktlich um 15.00 Uhr zur Lowtight dort zu sein und besuchten einen wirklich tollen Schnorchelspot. Am Abend erkundeten wir noch ein bisschen die Insel, man konnte sogar auf die andere Seite laufen. Es war sehr beeindruckend.
Am nächsten Morgen ging es weiter bei schönem Wind zu „Galliot Cut“. Wir kamen gut durch, aber leider war unser ausgewählter Ankerspot sehr unruhig und wir beschlossen weiter nach „Little Farmers Cut“ zu segeln. Es war eine sehr schöne Fahrt auf der Banks, wir mussten zwar wegen der Tiefe sehr aufpassen, aber es klappte alles gut und wir ankerten im glasklaren Wasser bei 1,50 Meter (war knapp).
Gegen Abend besuchten wir die Kneipe auf der Insel, dort waren wir letztes Jahr schon mit der Avalon und der Wirt war sehr lustig. Auch dieses Mal war er total verpeilt. Wir trafen die Crew der kanadischen „Okeanos“ und ne ne Truppe Amis, war ein lustiger Abend. Kurz vor Sonnenuntergang sahen wir den Raketenstart der Starlink-Dragon, die bemannte Rakete, die zur ISS flog.
Weiter ging es am Freitag nach „Black Point“. Leider war es nicht weit, nur 2 Std, denn wir hatten tolle Segelbedingungen. Wir mussten uns schon wieder überlegen wo wir für Montag/Dienstag einen guten Ankerplatz fanden, es war wieder mal ne Front vorhergesagt. Wir ankerten erst in „Black Point South“, sehr rollig, aber für Montag gut, naja. Am Nachmittag „flohen“ wir an Land und marschierten 3km in die City, dort war eine Regatta und Festival, also gut was los. Wir schlenderten ein bisschen durch den Ort und genossen das türkisfarbene Wasser und trafen die Crew der „eMMa“. Wir waren überrascht wie ruhig es auf dieser Seite der Bucht war und beschlossen noch vor Sonnenuntergang umzuankern. Gesagt – getan und es war gut so, es war erheblich ruhiger. Als der Anker gut saß, trafen wir uns noch mit den anderen auf der „Naia“. Und Überraschung es lag noch eine andere Reinke im Ankerfeld auch aus Deutschland. Markus fuhr mit den Dinghy rüber und nahm den ersten Kontakt auf. Es war die „Kelea“ von Filip, ihn kannten wir vom Erzählen von Evi und Peter schon, umso schöner war es ihn endlich mal kennenlernten. Am Sonntag war erstmal chillen angesagt, später noch ein Landausflug und am Nachmittag bekamen wir Besuch von Natalie und Filip zur Bootsbesichtigung und zum Sundowner kamen Claudia und Thomas noch zu uns.
Am Montag beschlossen wir nach langem hin und her doch nach „Staniel Cay“ zu fahren, um dort abzuwettern. Wir dachten erst die Bucht ist voll, aber es war noch genug Platz. Wir suchten uns einen guten Ankerplatz im Norden der Bucht und so waren wir gut geschützt und der Anker lag auch gut im Sand. Am späten Nachmittag kam tatsächlich die Front aus Westen auf uns zu, wir konnten sie gut sehen. Es blitzte und donnerte in der Ferne und der Himmel verdunkelte sich. Wir hatten aber riesig Glück, die Front zog knapp vorbei, so dass wir nur Regen abbekamen und keinen Wind und Gewitter.
Wie vorhergesagt drehte der Wind danach auf Nord und wurde etwas mehr, aber auch noch o.k. es pfiff mit ca. 25kt in Böen. Der Ankerplatz war wirklich gut!
Wir beschlossen noch ein bisschen hier zu bleiben, einerseits ist es schön hier und andererseits war die nächsten Tage wenig Wind vorhergesagt. Tagsüber schnorchelten wir oder machten ne Dinghyausfahrt oder erledigten Arbeiten am Boot, gegen Abend ging es zum Sundowner an den Beach, wo wir viele Leute trafen.
Erstaunlicherweise trafen wir hier viele deutschsprachige Boote. Lange Zeit waren wir umringt von Amerikanern und Kanadiern, aber nun hört man auf einmal immer wieder deutsche Stimmen.